Prof. Dr. jur. Dr. phil. Michel Friedman in der Deutschen Schule in Genf
Liebe Clubmitglieder, sehr geehrte Damen und Herren,
seit mehreren Jahren führt der DICG zum 09. November eine Veranstaltung im Sinne der Gedächtniskultur durch.
In diesem Jahr haben wir Prof. Dr. Dr. hc. Michel Friedman eingeladen. 88 Jahre nach den Pogromen des 9. November 1938, dem Abgrund in der deutschen Geschichte, ist der Antisemitismus nicht zurück, denn er war immer da. Aber sprunghaft angestiegen ist er seit dem 7. Oktober 2023 auch in Deutschland. Er kommt von rechts, von links, aus der Mitte, es gibt ihn unter muslimischen Einwanderern. Juden haben Angst, sich offen zu zeigen; jüdische Eltern bringen ihre Kinder mit mulmigem Gefühl zur Schule; jüdische Studierende werden angefeindet; Männer mit Kippa werden am helllichten Tag gewaltsam angegriffen. Ausgerechnet wir, die Nachfahren derer, die am 9. November 1938 Täter waren oder Gaffer, unfähig zur Solidarität mit den jüdischen Nachbarn, oder die weggeschaut haben. Ausgerechnet wir schaffen es nicht, diesem Antisemitismus Einhalt zu gebieten. Über all die Geschehnisse und die sich daraus ergebenden Konsequenzen wollen wir mit Michel Friedmann sprechen.
5. November 2026 um 18:30 Uhr
Deutsche Schule in Genf –
Ch. de Champ-Claude 6
1214 VERNIER
Anreise mit Bus 6 & 19
Eintritt frei
Bitte erscheinen Sie pünktlich – herzlichen Dank.
Prof. Dr. jur. Dr. phil. Michel Friedman
Geboren 1956 in Paris ist Michel Friedman ein deutsch-französischer Publizist, Talkmaster, Jurist, Philosoph und früherer Politiker der CDU. Von 1994 bis 1996 gehörte Friedman dem CDU-Bundesvorstand an. Er war von 2000 bis 2003 stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland und Herausgeber der Wochenzeitung Jüdische Allgemeine sowie von 2001 bis 2003 Präsident des Europäischen Jüdischen Kongresses. Er moderierte mehrere Talksendungen, zum Beispiel von 1998 bis 2003 Vorsicht! Friedman beim Hessischen Rundfunk oder von 2004 bis 2021 Studio Friedman beim Sender N24 (heute Welt). Seit 2016 ist er Honorarprofessor für Immobilien- und Medienrecht an der Frankfurt University of Applied Sciences.
1974 legte er sein Abitur ab und begann auf Wunsch des Vaters zunächst ein Studium der Humanmedizin, das er nicht beendete. Nach dem Physikum wechselte er zur Rechtswissenschaft. Sein erstes juristisches Staatsexamen legte er 1984 „mit Prädikat“ ab. 1987 folgte sein zweites juristisches Staatsexamen. Danach ließ er sich als Rechtsanwalt, spezialisiert auf Immobilien- und Medienrecht, in Frankfurt nieder und wurde Partner einer international agierenden Kanzlei. 1994 wurde er bei Alfons Kraft an der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz mit einer Dissertation über „Das Initiativrecht des Betriebsrats“ zum Dr. iur. promoviert.

Musikalische Begleitung: PianoConVoce
Sopran: Natalie Anston
Piano: Inga Feter
Mehr Informationen unter: http://www.pianoconvoce.com/
Ein herzlicher Dank für die Unterstützung dieser Veranstaltung
an die Deutsche Schule Genf.

